Spoileralarm

Das Mal des Kain

Cagot - Tom Knox, Sepp Leeb

Es hat so gut angefangen: Journalist Simon Quinn berichtet über eine Mordserie, die ganz England erschüttert. Menschen, die schon über 70 sind, werden gefoltert und ermordet. Alle stammen ursprünglich aus dem Baskenland und sind nach dem Krieg nach England gekommen. Später gibt es auch Morde in anderen Ländern. Alle hinterlassen ein kleines Vermögen, von dem niemand wusste. Alle hatten zusammengewachsene Finger oder Zehen. Die Foltermethoden stammen von der Hexenverfolgung. Und es gibt eine Verbindung zu einem Genlabor. Zur gleichen Zeit stirbt der Großvater von David Martinez und hinterlässt ihm überraschend $2 Mio. Unter einer Bedingung. David muss ins spanische Baskenland und dort einen gewissen José Garovillo finden. Außerdem bekommt David noch eine alte Karte, auf der mehrere Kreuzchen sind. Also, auf ins Baskenland. Er erhofft sich dadurch auch etwas über den Unfalltot seiner Eltern herauszufinden, die fünfzehn Jahre zuvor in der Gegend gestorben sind. Gleich am ersten Tag wird er von einem berüchtigten ETA-Terroristen, Miguel, fast umgebracht, wird aber von dessen Ex-Freundin, Amy, gerettet. So, bis dahin war noch alles ganz gut.

Simon ist seit zehn Jahren trocken und hat inzwischen Frau und Kind. Ist ja schön für ihn aber für die ganze Story ist das total unwichtig. Nachdem er fast umgebracht worden ist, überlegt er sich was zu trinken, entscheidet sich dann aber doch dagegen. Am Ende wird gesagt, dass er sich ein Glas Bier nimmt, aber nicht ob er es auch trinkt. Und wenn er es trinkt hat das irgendwie keine Konsequenzen, also nehme ich mal an, dass er es nicht getrunken hat, dann hätte er sich aber auch keins nehmen müssen. Seine Frau und sein Sohn werden nur kurz erwähnt und auch sein sonstiges Leben nur mal angeschnitten als er erzählt, wie sein schizophrener Bruder mit einer Machete auf die Mutter eingehackt hat und Simon deshalb mit dem Trinken angefangen hat. Das zu Simon. Weiter zu David:

David findet durch Amy José, den Vater von Miguel, und erfährt, dass er Baske ist, dass sein Großvater in Gurs, genau wie José, im Konzentrationslager war. Mehr will er aber nicht erzählen. Eigentlich hätte er die komplette Geschichte erzählen können. David klappert weiterhin mit Amy die Kreuzchen auf der Karte ab, die alles Kirchen sind. Durch Recherchen finden sie raus, dass alles irgendwie mit dem Cagots zu tun hat, ein Volk, dass durch Inzucht unteranderem zusammengewachsene Finger und Zehen bekommen hatte. Angeblich sind es die Nachfahren von Kain. Miguel ist ihnen immer noch auf der Spur. Als Leser weiß man, dass Miguel David erkannt hat, weil David wie sein Vater aussieht. David müsste es eigentlich auch wissen, weil das Kapitel aus seiner Sicht geschrieben wurde.

Und jetzt geht wirklich alles den Bach runter:

Es gibt Gedankensprünge, die nur halb Sinn machen und doch ziemlich weit her geholt sind. Es geht von Spanien nach Frankreich, nach Namibia, nach Böhmen. ETA und Piusbruderschaft arbeiten zusammen, dazu kommt noch di Liga Polnischer Familen, Genforschung und Rassentrennung darf nicht fehlen und natürlich die katholische Kirche auch nicht. Irgendwie ist alles nur halb recherchiert und doch füllt das ganze fast 500 Seiten. Absätze überspringen war kein Problem, man hat nix verpasst. Die Beziehung zwischen David und Amy ist mir ein Rätsel. Bibel, Genforschung und Rassenreinheit wird zusammengewürfelt und hofft, dass was rauskommt, was halbwechs Sinn macht. Ich konnte mich auch nicht wirlich mit dem Schreibstil anfreunden. Kann auch an der Übersetzung gelegen haben, machts aber auch nicht besser.

Idee an sich ziemlich gut, Ausführen ist verbesserungswürdig. Sehr.