Ein New Yorker in Savannah

Midnight in the Garden of Good and Evil by Berendt, John (2009) - John Berendt

Genteel society ladies who compare notes on their husbands' suicides. A hilariously foul-mouthed black drag queen. A voodoo priestess who works her roots in the graveyard at midnight. A morose inventor who owns a bottle of poison powerful enough to kill everyone in town. A prominent antiques dealer who hangs a Nazi flag from his window to disrupt the shooting of a movie. And a redneck gigolo whose conquests describe him as a 'walking streak of sex'.

These are some of the real residents of Savannah, Georgia, a city whose eccentric mores are unerringly observed - and whose dirty linen is gleefully aired - in this utterly irresistible book. At once a true-crime murder story and a hugely entertaining and deliciously perverse travelogue, Midnight in the Garden of Good and Evil is as bracing and intoxicating as half-a-dozen mint juleps. (Sceptre)

 

John Berendt, Journalist und ehemaliger Herausgeber des New York Magazins, will ein Buch über Savannah schreiben. Er mietet sich eine Wohnung in Savannah, käuft sich einen billigen Truck und fängt an die Leute und die Stadt kennen zu lernen. Dabei trifft er auf die verschiedensten Menschen, von einer Drag Queen, Lady Chablis, bis hin zu einem reichen Antiquitätenhändler, Jim Williams. Anfangs scheint noch alles in Ordnung, Berendt beschreibt seine ersten Eindrücke, erzählt ein bisschen was über die Geschichte Savannahs und der Beziehung zu anderen Städten. Man bekommt richtig Fernweh beim Lesen.

Und dann passiert ein Mord. Jim Williams erschießt seinen Mitarbeiter Danny Hansford. War es geplant oder war es Selbsverteidigung?

Wie ihr auf dem Cover sehen könnt, soll das Buch ein "True Crime Classic" sein. Der Mord passiert erst nach fast der Hälfte des Buches. Davor hat man die Personen kennengelernt und einige Eigenarten der Stadt. Und auch in der zweiten Hälfte handelt nicht alles von dem Mordprozess. Ich würde sagen nur ca. 1/3 des Buches beschäftigt sich wirklich mit dem Verbrechen. Ich hatte mir das eher so vorgestellt, wie "In Cold Blood" von Truman Capote. Vielleicht war meine Erwartung etwas hoch, aber schade war es trotzdem.

Auch die Zeitangaben waren sehr schwammig. Ich weiß nicht, wann Berendt nach Savannah gekommen ist und wann der Mord passierte (Google wusste es: 1981). Das hatte mich gestört bevor ich es endlich nachgeguckt hab, weil ich mir die Menschen gar nicht richtig vorstellen konnte (Kleider, Frisur...).

 

Fazit:

Reisebericht meets True Crime Story. Für meinen Geschmack leider ein bisschen zu viel Reisebericht und ein bisschen zu wenig True Crime Story. Dennoch bekommt man einen schönen Eindruck von Savannah und ihren verrückten Einwohnern.